The North Face setzt weiterhin auf verantwortungsbewusste Produkte

Unser Ziel: Kein Einsatz von DWR-Verfahren mit Fluorchemie in unserer Kleidung nach 2020

In dieser regnerisch-kalten Jahreszeit schnappen sich viele von uns gerne ihre geliebte Regenjacke, die sie warm und trocken hält. Oberflächlich betrachtet gibt sich eine isolierte, wasserdichte Jacke als schlichtes Kleidungsstück, wobei sie aber ihren Tragekomfort und ihre Ausstattung ausgeklügelter Chemie zu verdanken hat.

Dabei ist wetterbeständige Oberbekleidung nichts neues, denn sie geht zurück bis ins 13. Jahrhundert beginnend mit Latex. In jüngerer Zeit, d. h. durch die in den 20er Jahren entwickelten synthetischen Polymere und ihre poröse Mikroplastikbeschichtung, haben wir durch bisher unerreichte Leistungsmerkmale eine Revolution der Outdoor-Kleidungsstücke (und anderer Branchen) erlebt.

Heute zählen per- und polyfluorierte Kohlenwasserstoffe (manchmal auch „PFC“ genannt) zu den fortschrittlichsten Entwicklungen unter diesen Polymeren, vor allem was ihre wasser-, schmutz- und ölabweisenden Eigenschaften sowie ihre Haltbarkeit anbelangt, deren Bestleistungen nicht zu überbieten sind. Hohe PFC-Konzentrationen können sich jedoch schädlich auf die Umwelt auswirken.

Per- und polyfluorierte Kohlenwasserstoffe werden niedrig dosiert in zahlreichen Branchen und Produkten – von Lebensmittelverpackungen bis hin zu Textilien – verwendet. Von Outdoor-Bekleidung gelangen nur geringfügige Mengen PFC in die Umwelt; unser Blogeintrag vom vergangenen Jahr hat bereits auf unsere ökologische und soziale Verantwortung aufmerksam gemacht wie auch auf unseren unermüdlichen Einsatz bzgl. der Eliminierung dieser aus unserer Kleidung.

Status Quo

Die verantwortliche Nutzung chemischer Verbindungen war für The North Face schon immer eine Priorität. Wir haben die Belastung der Umwelt im Laufe der Jahre reduziert und branchenweite Maßnahmen zur Verbesserung initiiert; außerdem setzen wir uns unverändert stark für alle Ideen ein, die den Einsatz potenziell schädlicher Verbindungen weiter senken helfen und sorgen dafür, dass unsere Produkte technisch weiterhin überlegen sind.

Seit unserer Frühjahrskollektion 2015 setzen wir keine langkettigen PFC mehr in unserer technischen Bekleidung ein. Derzeit setzen wir kurzkettige PFC-basierte und dauerhaft wasserabweisende (Durable Water Repellency - DWR) Verfahren mit identischen Leistungsmerkmalen ein. Auch wenn bei diesen Verfahren fluorierte Chemikalien zum Einsatz kommen, sind kurzkettige DWR-Verfahren derzeit die beste praktikable Alternative zu langkettigen PFC am Markt. Für uns ist dieses Verfahren der erste Schritt weg von PFC und nur ein Teil unseres Gesamtprogramms des verantwortungsbewussten Einsatzes von Chemikalien.

Außerdem haben wir im Anschluss an umfangreiche Entwicklungs- und Prüfverfahren mit einem unserer Hauptlieferanten einen Teil unserer Kollektion in der Herbstsaison 2015 nicht-fluorierten DWR-Verfahren unterzogen. In diesem Pilotprogramm haben wir bewiesen, dass wir damit die gleichen Leistungsmerkmale wie mit unseren kurzkettigen DWR-Verfahren erzielen können mit Ausnahme der schmutzabweisenden Merkmale. Und wir haben gelernt, dass die Umstellung keineswegs so schnell und reibungslos vonstatten geht wie gehofft. Da die von unseren Lieferanten angebotenen Technologien voneinander abweichen, gestaltet sich der Übergang für jedes Produkt mit seiner einzigartigen Konstruktion und dem jeweils beabsichtigten Verwendungszweck anders.

Unser Ziel: Kein Einsatz von Fluorchemie

Bei nahezu 30 % unserer neu entwickelten DWR-behandelten Bekleidungsmaterialien für die Frühjahrssaison 2017 kommt keine Fluorchemie zum Einsatz. Was auf den ersten Blick nicht nach viel klingt, ist jedoch eine große Umstellung in unserer Lieferkette, die von allen Stakeholdern ein großes Maß an Einsatz und Engagement fordert. Darüber hinaus ist unser Ziel der 100 %-ige Übergang auf nicht-fluorierte DWR-Verfahren bei unserer Bekleidung bis 2020. Unsere nicht-fluorierte DWR-Strategie setzt bei der Bekleidung an, denn in dem Bereich verarbeiten wir die meisten Materialien und können am meisten verändern. Sobald unsere Lieferanten den Wandel zu nicht-fluorierten DWR-Verfahren vollzogen haben, können sie diese auch anderen Markenherstellern anbieten, sodass wir alle am gleichen Strang und in die richtige Richtung ziehen können.

Wenngleich unsere technische Bekleidung unser Hauptaugenmerk für diese Veränderungen ist, beschränken wir uns jedoch nicht darauf. Künftig werden wir die wichtigsten Erkenntnisse und Lerninhalte auch auf unsere Schuhe und technische Ausrüstung übertragen. Dazu haben wir uns mit großen Anbietern zusammengeschlossen und die ersten Materialien rigorosen Tests unterzogen. Verglichen mit der Bekleidung haben wir in diesen Produktkategorien nicht so viel Einfluss auf die Lieferkette, weshalb Forschung und Entwicklung voraussichtlich mehr Zeit beanspruchen werden. Wir lassen uns nicht von der großen Herausforderung abschrecken, dass diese Kategorien dem gleichen rigorosen Wandel wie unsere Kleidung unterzogen werden müssen.

Der Weg dorthin

Vom Konzept bis zum fertigen Produkt in den Geschäftsregalen müssen Textilien viele Schritte durchlaufen und von vielen Partnern begutachtet werden. Wir arbeiten wie bereits erwähnt eng mit den Partnern in unserer Lieferkette zusammen, um akzeptable Alternativen zu per- und polyfluorierten Kohlenwasserstoffen zu finden, die unseren hohen Leistungsstandards, an die wir glauben, entsprechen. Jetzt im Frühling werden wir uns die Vermarktung unserer Herbstkollektion 2017 genauer ansehen und dabei einen besseren Eindruck davon gewinnen, wie unsere Partner und Lieferanten auch mit nicht-fluorierten Alternativen vorankommen können. Unser Versprechen an unsere Kunden, keine Ersatzprodukte, die sich negativ auf Qualität oder Leistung auswirken, zu akzeptieren, bleibt unangetastet.

Im Rahmen unseres ganzheitlichen Ansatzes, unser Ziel für nicht fluorierte DWR-Bekleidung zu erreichen, führen wir folgende Initiativen durch:

1. Langjährige Partnerschaft mit bluesign® und dessen Technologien – Mit dem bluesign®-System lassen sich die Auswirkungen auf die Lieferkette in fünf Schlüsselbereichen auf anspruchsvolle, unabhängige Weise mindern: Ressourcenproduktivität, Luft- und Wasseremissionen, Arbeitsschutz und Sicherheit sowie Verbraucherschutz. The North Face arbeitet seit 2008 mit bluesign® zusammen mit dem Ziel, mehr als 70 % unserer Textilhersteller zur freiwilligen Teilnahme an diesem Programm zu bewegen. Immer mehr Fabriken schließen sich unseren Sicherheitsanforderungen an die unterschiedlichsten Chemikalien an, darunter auch DWR-Verfahren.

2. Screening per CHEM-IQ, die beste neu implementierte Unbedenklichkeitsprüfung von Chemikalien – Wir können mit Stolz sagen, dass wir jetzt das Chemikalienmanagement-Programm CHEM-IQ zur Prüfung und Analyse aller neuen DWR-Chemikalien verwenden, bevor diese in unseren Produkten Verwendung finden. CHEM-IQ wurde von unserer Muttergesellschaft, VF, in Zusammenarbeit mit einer Berater- und Expertengruppe des Natural Resource Defense Council (NRDC) der Universität von Massachusetts, Lowell, der Universität von Leeds und Modern Testing Services (MTS) entwickelt. Dank der CHEM-IQ-Tests können wir Verbindungen, die Spuren unerwünschter Substanzen enthalten, ausschließen, bevor wir dem DWR-Antrag stattgeben und diese erst in die Lieferkette gelangen. Wir arbeiten mit Chemikalienlieferanten zusammen und testen ihre nicht-fluorierten DWR-Verfahren zweimal, d. h. das zweite Mal beim Eintreffen der Chemikalien im Werk des Textilherstellers. Mit dieser doppelten Prüfung wird gewährleistet, dass beim Transport der Verbindungen vom Chemikalienhersteller zum Textilienhersteller keine Kontamination oder sonstigen Probleme auftreten. Lieferanten und Hersteller von Chemikalien wie auch Andere haben die Effektivität des Programms und dessen Benutzerfreundlichkeit gelobt.

3. Rigorose Tests – Abgesehen vom CHEM-IQ-Screening testen wir alle Materialien firmenintern nach bewährten Leistungsstandards. So verstehen wir, wie nicht-fluorierte Verbindungen in Produktanwendungen abschneiden, und identifizieren mögliche Auswirkungen, die sich aus der Benutzung dieser alternativen Verbindungen ergeben könnten. Anhand aller analytischer Tests von Drittanbietern können wir mögliche Kreuzkontaminationen erkennen; die Tatsache, dass wir gemeinsam mit Textilherstellern an nicht-fluorierten DWR-Verfahren arbeiten, ist jedoch keine Garantie dafür, dass diese keine langkettigen PFC mehr in ihrem Werk einsetzen bzw. diese nicht für andere Kunden verwenden. Wir sind zuversichtlich, dass unser Einsatz unsere Partner dazu anregt, auch anderen Markenherstellern nicht-fluorierte DWR-Verfahren anzubieten.

4. Qualitätssicherung – The North Face besitzt eines der besten Testlabors für besonders robuste Materialien wie auch eine der besten Abteilungen für Rücksendungen und Gewährleistungen in der Bekleidungsindustrie. Aufgrund der technischen Natur unserer Produkte, denen unsere Kunden unter den widrigsten Umständen in der ganzen Welt vertrauen, werden unsere Produkte im Rahmen von Labortests auf ihre Langlebigkeit auf Herz und Nieren geprüft. Dazu gehören die Haltbarkeit aller Produkteigenschaften wie beispielsweise atmungsaktive, wasserabweisende, winddichte und farbechte Materialien. Immer mit dem Ziel eines hochwertigen Services für unsere Kunden vor Augen, analysieren wir auch Reparaturen und Rücksendungen im Rahmen von Garantieansprüchen wie auch die Resonanz unserer Kunden zu Aspekten der Produktentwicklung. Unsere Abteilung für Garantieansprüche und Rücksendungen in Nordamerika befasst sich Jahr für Jahr mit Tausenden von Fällen und kann so unseren Kollegen im Produktdesign und der Produktentwicklung direkt Rückmeldungen zu bestimmten Trends oder Problemen liefern. In der Übergangszeit zu nicht-fluorierten DWR-Verfahren behalten wir alle Garantieansprüche und Rücksendungen sowie jeden Anstieg genau im Auge; bis heute, d. h. dem Datum dieses Blogeintrags, sind uns keine Probleme mit den Produkten bekannt, die bereits den Wandel durchlaufen haben.

5. Zusammenarbeit mit der Industrie für einen nachhaltigen Wandel: Wir sind uns auch bewusst, dass wir dieses Problem nicht alleine lösen können. Wir sind vollkommen überzeugt von einer Zusammenarbeit und deren positiven Einfluss auf die Entwicklung von Lösungen, dass wir davon angespornt mit unseren Branchenkollegen und Mitgliedern der Outdoor Industry Association (OIA) Chemical Management Working Group (CMWG) eng zusammenarbeiten. Die Gruppe beruft sich auf gemeinsame Ansätze und Tools für die Bewertung und das Management von Chemikalien. Als Gründungsmitglied der OIA Sustainability Working Group haben wir maßgeblich zu dem Eco Index beigetragen, auf dem der Sustainable Apparel Coalition’s Higg Index begründet liegt, und ein Standard-Tool zur Messung der ökologischen und sozialen Performance von Bekleidung und Schuhen beigetragen.

Unsere jüngsten Bemühungen bezeugen unser Engagement für den verantwortungsbewussten Einsatz von Chemikalien und für eine Fortsetzung unserer langjährigen Arbeit zur Optimierung der Integrität unserer Lieferkette. Vom Faden bis zum Endprodukt verfolgen wir zielbewusst die verantwortungsbewusste Durchführung dieses Prozesses Schritt für Schritt. Wir setzen auch weiterhin auf gewissenhaft nachhaltige Lösungen, die den Leistungsanforderungen unserer Kunden entsprechen, ohne dabei den Blick für Umweltfreundlichkeit und soziale Nachhaltigkeit zu verlieren. Interesse an weiteren Updates? Informieren Sie sich hier.